Hedera

Efeu

Eine der bekanntesten immergrünen Kletterpflanzen ist der Efeu. Schon im Altertum und in der Antike spielte der Efeu eine wichtige Rolle. Alte Ägypter, Griechen, auch römische Priester und die Druiden der Kelten verehrten diese heilige Pflanze. Bis heute steht der Efeu in der Symbolik für das ewige Leben und ist Sinnbild für Freundschaft und Treue. Die Gattung Hedera zählt zu den Araliaceen, einer sehr alten Pflanzenfamilie, die im Tertiär auf der gesamten Nordhalbkugel weit verbreitet war. Heute ist der Efeu allerdings der einzige mitteleuropäische Vertreter der Familie der Araliengewächse. Größtenteils ist die Familie in tropischen Gebieten zu finden. Zur eigentlichen Gattung Hedera gehören zwischen 6 und 15 Arten, die in Europa, den Kanarischen Inseln, in Nordafrika und in Ostasien verbreitet sind.

Als immergrüne, mehrjährige Pflanze ist Hedera in der Lage, durch Haftwurzeln an Bäumen und Mauern emporzuklettern. Dabei können sie luftige Höhen von bis zu 20m erreichen. Fehlen Klimmstützen, können sie am Boden entlang kriechen und gelegentlich auch große Flächen und sämtliche Hindernisse bedecken, teilweise sogar überwuchern. So kann Hedera als Bodendecker ebenso vielseitig eingesetzt werden wie zur Begrünung von Hausfassaden, Zäunen und Mauern oder sogar zur Bedeckung von Lärmschutzwänden. In der Gartengestaltung dient Hedera als Bodendecker ebenso wie als Rasenersatz, ist beliebt als Beeteinfassung und Hangbepflanzung. Vor allem am Boden unterdrückt er erfolgreich lästige Unkräuter und hält sogar Schnecken fern. Als Bienen- und Vogelnährgehölz bietet Hedera nicht nur Nahrung sondern auch Unterschlupfmöglichkeiten und Lebensraum. So brüten im Astwerk Buchfink, Haussperling, Amsel und Co. Auch viele Kleinsäuger und Insekten suchen den Schutz im dichten Geäst.

Die typischen Merkmale des immergrünen Kletterers sind die verhältnismäßig dicken und lederartigen Blätter. Dabei ist die Jugendform 3- bis 5-lappig und wesentlich kleiner als die großen, eiförmigen Blätter der Altersform. Die Blüten erscheinen erst bei älteren Pflanzen, von August bis Oktober und sind recht unscheinbar. Aus diesen grünlichgelben, kugeligen Blütendolden entwickeln sich erbsengroße, rötlich violette Beeren, welche erst im darauffolgenden Jahr reifen und eine blauschwarze Färbung annehmen. Vor allem die Früchte, aber auch alle anderen Pflanzenteile des Efeus, enthalten Saponine und sind schwach giftig. Trotzdem ist die Heilwirkung des Efeus schon seit der Antike bekannt. Junge Blätter werden auch heute noch in der Homöopathie bei Atemwegserkrankungen sowie bei Gallenleiden verwendet. Wissenschaftler der Universität Würzburg haben den Efeu deshalb zur „Arzneipflanze des Jahres 2010“ gekürt.

Hedera bevorzugt ein wintermildes, ozeanisches Klima. In luftfeuchten Lagen mit mehr oder weniger nährstoffreichen, lockeren, humosen Böden fühlt er sich besonders wohl. Solange diese nicht versauert oder vernässt sind, begnügt sich der Efeu mit fast jedem Standort. Als Sonnen- und Schattenpflanze lässt sich Hedera absolut vielseitig verwenden. Denn als Selbstklimmer ist der schattige Waldboden nicht das Endziel dieses starken Kletterers. Sobald seine langen Triebe festen Halt gefunden haben, strebt er in die Höhe, dem Licht entgegen.

Obwohl Efeu doch zu den recht genügsamen Pflanzen zählt, benötigt er zumindest in den ersten Jahren während der Wachstumszeit, von März bis September, eine stetig fließende Nährstoffquelle. Später, wenn das Wurzelsystem voll ausgebildet ist, versorgt sich der Efeu selbst mitWasser und Nährstoffen. Da Efeu mitunter sehr stark wächst und schnell außer Rand und Band gerät, muss er gelegentlich zurückgeschnitten werden. Dies kann jedoch bedenkenlos zu jeder Jahreszeit geschehen.

Wie jede Pflanze, so hat auch der Efeu seine Feinde. Je günstiger allerdings dieWachstumsbedingungen für ihn sind, desto gesünder und widerstandsfähiger wird er sein. Einige Bakterien und Pilze können Blattfleckenkrankheiten hervorrufen und vor allem bei großen Efeuflächen Kummer bereiten. Als tierische Schädlinge sind Blattläuse, Schildläuse, Spinnmilben und der gefurchte Dickmaulrüssler zu nennen.

Liebhaber und Gärtner versuchen seit etwa 1775 verschiedenste Variationen hervorzubringen. Mittlerweile existieren von Hedera 400 Sorten. Von kaum einem anderen Gehölz, gibt es so viele Zuchtformen. Dabei besteht eine unendliche Vielfalt an Blattformen und Blattfärbungen. Manche Formen sind in weiten Teilen Europas winterhart, andere allerdings nur in wärmeren Gebieten. Einige von ihnen sind auch nur als Zimmerpflanzen zu verwenden. Damit bietet sich der Efeu für die unterschiedlichsten Verwendungszwecke an.

Neue Untersuchungen zeigen, dass Efeu Feinstaubpartikel aus der Luft abscheiden kann. Bei Regen werden die Blätter abgewaschen und der natürliche Staubfilter wird wieder neu aktiviert. Auch die Verdunstungsleistung eines vertikalen
Efeupolsters ist erstaunlich. Je m² Vegetationsfläche wird pro Jahr etwa ein m³ Wasser verdunstet.

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