Euonymus

Spindelstrauch

In unzähligen interessanten Laubfärbungen und verschiedenen Mustern erfordern Spindelsträucher bei der Pflanzenverwendung und Gestaltung besonders viel Geschick.

Euonymus, als Pflanzengattung aus der Familie der Spindelbaumgewächse (Celastraceae), sind verholzende, eher langsam wachsende Sträucher oder kleine Bäume. Diese sehr alte Pflanzenfamilie war schon im Tertiär in Europa, Grönland, Nord- und Südamerika verbreitet. Heute umfasst die Gattung etwa 175 Arten, von denen Exemplare in Asien, Nord- und Mittelamerika, auf Madagaskar, in Australien und Europa vorkommen. Einige von ihnen können mit Hilfe von Haftwurzeln an Bäumen oder rauem Mauerwerk emporklimmen, andere wiederum sind kriechend und damit bodendeckend. So sind sie absolut vielseitig einsetzbar. Individuelle Gestaltungsideen lassen im Garten, auf dem Grab oder bei der Landschaftsgestaltung jegliche Freiheiten. Mit einem mutigen und regelmäßigen Schnitt lässt sich der Spindelstrauch sogar zu einer dichten bunten Matte im Garten oder als Hecke erziehen.

Als absolutes Highlight in der Gartengestaltung lassen sich mit verschiedenen Varietäten von Euonymus zusammen mit Buxus faszinierende Knotengärten formen. Die im Herbst erscheinenden Früchte und das sich färbende Laub machen Euonymus als Zierpflanze besonders attraktiv. Aber auch als Flurgehölz sind heimische Arten für Erosionsschutz, Ufer- und Böschungssanierung sowie zur Landschafts- und Parkgestaltung sehr wertvoll.

Die laubabwerfenden (seltener auch immergrünen) Spindelsträucher sind meist an vierkantigen Zweigen, welche gelegentlich mit Korkleisten besetzt sind, gut zu erkennen. Die gegenständig oder wirtelig angeordneten Laubblätter sind sattgrün, oft auch gelb oder weiß gemustert. Der Blattrand kann dabei glatt, gesägt oder gebuchtet sein. Nicht nur im Herbst erstrahlen viele Pflanzen der Gattung Euonymus in besonders bunten Färbungen, denn schon zu Beginn des Jahres bestechen die Pflanzen mit einem hellen Frühjahrsaustrieb. Die kleinen, unauffälligen, zwittrigen Blüten sind in achselständigen, zymösen Blütenständen angeordnet. Die vier oder fünf Kronblätter sind hellgelb bis dunkel-purpurfarben. Im Herbst entstehen daraus wunderschöne, bunte Kapselfrüchte. Diese, meist leuchtend rote Fruchtkapsel und der orangerote Arillus umgeben etwa zwei schwarze Samen. Als besondere Zierde bei vielen Gartenliebhabern geschätzt, gehören die Früchte aber auch zur Lieblingsspeise unseres Rotkehlchens und anderer heimischer Vogelarten. Überraschend zu allen Jahreszeiten und an jedem Standort.

In Deutschland werden zwei immer- bzw. wintergrüne Arten kultiviert: Euonymus fortunei und Euonymus japonica. Die Gehölzfloren unterscheiden die beiden Arten lediglich nach der Wuchsform. Dabei wächst Euonymus fortunei bodendeckend, kann aber auch mit den Haftwurzeln an Mauern oder Bäumen emporklimmen und ist absolut frosthart. Euonymus japonica hingegen wächst aufrecht und ist nicht winterhart. Die Spindelsträucher gehören zu den robustesten, härtesten und zuverlässigsten Kleinsträuchern unseres Gehölzsortiments. Wurzeldruck und auch schattige Lagen sind für sie kein Problem. Euonymus kommt auf fast allen Standorten zurecht und ist dabei vollkommen pflegeleicht. Frische, humose Böden, mit einem pH-Wert im schwach sauren bis alkalischen Bereich sowie eine gleichmäßige Wasserversorgung wirken sich günstig auf die immergrünen Alleskönner aus. Zur Deckung des Nährstoffbedarfs genügt den anspruchslosen Pflanzen eine Grunddüngung im zeitigen Frühjahr.

Auch wenn die Kleinsträucher meist unscheinbar aussehen und vor allem die Fruchtkapseln gern von Singvögeln genascht werden, sind alle Teile des Spindelstrauches für Menschen giftig. So wurde Euonymus europaeus, auch bekannt als Pfaffenhütchen, 2006 sogar zur Giftpflanze des Jahres gewählt.