Lavendel richtig überwintern

Wer einmal die duftende Blüte von Lavendel im eigenen Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse erlebt hat, will diesen Genuss im nächsten Jahr nicht missen. Um für das Wohlergehen der mediterranen Pflanze bei den kommenden Minustemperaturen zu sorgen, ist es wichtig, einige grundlegende Hinweise zu beachten.

Jetzt wird’s frostig

Zunächst ist zu unterscheiden, ob ein Lavendel für die Überwinterung in unseren Breitengraden geeignet ist oder nicht. Viele Arten und Sorten, zum Beispiel Schopflavendel, sind nicht winterhart und müssen daher vor Frost geschützt werden. Sie sollten in der kalten Jahreszeit im Kübel in einen kühlen, frostfreien Raum verbringen – in einen Keller, ein Treppenhaus, eine Garage oder auf einen Dachboden. Frostharte Arten und Sorten Im südenglischen Kent, wo der Lavendelspezialist Simon Charlesworth seine Downderry Nursery betreibt, herrscht ein viel milderes Klima als in Deutschland. Beim Downderry Sortiment kann man sich trotzdem darauf verlassen, dass es winterhart ist. „Wir haben viele Downderry Lavendel über mehrere deutsche Winter hinweg getestet und nur die winterharten in unser Sortiment aufgenommen“, erklärt Hans Müller von Helix Pflanzen, der die sortenreinen, englischen Lavendel exklusiv in Deutschland vertreibt. „Hier reichen daher die üblichen Winterschutzmaßnahmen für Ziersträucher völlig aus.“ Winterschutz für Lavendel Es empfiehlt sich, den Boden rund um den Lavendel mit Reisig, Mulch oder Laub vor Sonne schützen. Gefährlich für die Pflanzen sind nämlich weniger die Minusgrade, sondern große Temperaturschwankungen. Erwärmt sich der Erdboden an sonnigen Tagen zu stark, kann es passieren, dass der Kreislauf in den Blättern zu früh aktiviert wird. Wenn es dann nachts wieder friert, steigt das Risiko von Frostschäden. Lavendel im Kübel, stellt man am besten an einen halbschattigen, geschützten Ort, zum Beispiel an die Hauswand. Regelmäßiges Gießen nicht vergessen, am besten an frostfreien Tagen!

Wintersonne kann gefährlich sein

Eine Überwinterung von Lavendel im Freiland ist möglich. Voraussetzung hierfür ist, dass die Pflanzen bereits im Frühjahr draußen gepflanzt wurden. Für Lavendel besonders gefährlich sind Wintertage mit Sonnenschein und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Bei diesen Witterungsbedingungen verdunsten die Blätter Wasser, ohne das die Lavendelpflanzen wieder genügend Wasser aus dem gefrorenen Boden aufnehmen können. Das Resultat: Die Pflanzen vertrocknen. Als Sonnenschutz für die Wintersonne eignen sich eine Strohmatte sowie eine dicke Mulchdecke aus Laub. Reisigzweige oder Koniferen können die Pflanzen zusätzlich schützen. Lavendel sollte im Winter nur bei offenem Boden gegossen werden, damit dieser nicht bei Bodenfrost und Sonnenschein vertrocknet. Auch zu viel Niederschlag ist für die Pflanze belastend. – Eine gute Abdeckung gegen Sonne ist aber zumeist auch als Nässeschutz hilfreich. Ein mit Sand angereicherter Boden erleichtert das Versickern von Regenwasser.

Überwintern von Topf- oder Kübelpflanzen

Manche Kräuter werden im Herbst grundlos ins Haus geholt – sie können auch draußen überwintern. Die mediterranen Pflanzen Lavendel, Salbei und Thymian überstehen milde Winter im Freien. Das erläutert der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) in Berlin. Einen Kälteschutz brauchen die Pflanzen bei längerem Frost aber doch. Für längere Kälteperioden reiche ein isolierender Schutz aus Tannenzweigen und Stroh. Gärtner sollten sie auf keinen Fall in einer luftdichten Folie verpacken, denn die Pflanzen faulen darunter.

 

Wenn der Winter kommt

Lavendel in Töpfen oder Kübeln kann man über die besonders kalten Wintermonate aber auch an einen unbeheizten, und dennoch frostfreien Ort stellen. Geeignet hierfür sind z.B. unbeheizte Kellerräume, ein kühler Treppenaufgang oder die helle Garage. Bei Topf- oder Kübelpflanzen, welche im Freien überwintern, empfiehlt es sich, die Pflanzen mit einer Styropor oder Holzunterlage zusätzlich zu schützen, damit der Behälter zum Boden hin gedämmt ist. Friert es, so kann der Lavendel vorübergehend mit einer Strohmatte umschlossen werden. Das Gießen sollte an die Temperaturen angepasst sein: Bei heiterem Wetter mehr, bei dunklen Tagen sporadisch.